Der Fluch der Krampusse


Als Krampen dem vermeintlichen guten Wesen, das sich als Dämon entpuppte, seinen Wunsch äußerte "das seine ganze Familie so oft bestraft wird, wie er einen Streich spielt", beginnen sich alle Familienangehörigen nach und nach zu verwandeln:
Gesagt wird, das, je nach Bösartigkeit, jeder Mensch, der zu Krampens Familie zählte, zuerst am gesamten Körper lange Behaarung bis hin zu dichtem, zotteligem Fell entwickelte, und dem im Laufe der Zeit Hörner wuchsen (bei Blutsverwandten bis zu sechs Hörnern), ebenso veränderten sich die Gesichtszüge in verzerrte Fratzen.

Dies wird darauf zurückgeführt, das Krampen eine Ziege als Opfer darbrachte. Dieses Tier galt damals als dem Teufel äußerlich am ähnlichsten, und wurde gerne von Heiden wie auch religiösen Fanatikern als Opfergabe dargebracht, um für Gottes Gnade zu bitten und sich als reuiger Sünder zu offenbaren. Ebenso galten Ziegen als glücksbringend und krankheitsabwehrend, und da sie genügsamer im Futter sind, wurden sie v. a. in kargen Landschaften wie Gebirgs- und Mittelgebirgsregionen oft gehalten. Naheligend ist somit, das der Fluch des Dämons die Ziegengestalt als jene wählte, die Krampen sich für seine Verdammung wünschte.

Die Gestalt, die Krampen traf, wollte die Abmachung vertraglich festhalten. Ob dies zuvor schon bei Osmo und Aamu geschehen war, ist nicht überliefert. Doch Krampen, da er noch jung und übermütig war und nichts von Verträgen wusste, las den Vertrag nicht. Hier hätte er eine Klausel gefunden, die folgendes besagt haben soll:

Zitat:
"Jedweder, der von Krampens Wut getroffen ist und an dem sich eine wundersame Wandlung vollzieht, kann den Fluch rückgängig machen, indem er gute Taten vollbringt, die von Selbstlosigkeit und Güte zeugen. All die Haare und Hörner sollen sich zurückbilden, ebenso wird der Zorn bei jeder guten Tat schwinden, bis nur noch das reine, gute Herz übrig ist."

So hätte auch Krampen sich nicht zum Ur-Krampus gebildet, sondern wäre wieder ein Junge geworden. Doch aufgrund der abscheulichen, angsteinflößenden Äußerlichkeit, die Hass, Furcht und Gewalt von anderen Menschen hervorrief, begann sich die Krampus-Familie auch innerlich in abscheulichere Kreaturen zu verwandeln. Sie kehrten ihr Äußeres in ihr Inneres und bestraften fortan alle Kinder, die Streiche spielten und/oder ihren Mitmenschen nichts Gutes taten. 

Hierzu gibt es mehrere Bräuche, die überliefert sind: 

a) Sack und Knüppel: das unartige Kind wird in einen Sack gesteckt und mit einem Knüppel verhauen;

b) Peitsche: unartige Kinder werden mit einer aus Ziegenhaaren bestehenden Peitsche verhauen;

c) Bestrafung für nicht ganz so arge Streiche: das Ohrenziehen, bei dem die Krampusse dem jeweiligen Kind mit ihren langen Krallen an die Ohren packen und es daran langsam in die Luft ziehen, bis es mit den Beinen strampelt;

Waren zuvor alle Mitglieder der Krampus-Familie u. a. in vielen Teilen Deutschlands, Österreichs, Teilen von Tirol, teilweise auch Norditaliens, Ungarn, Slowenien, der Slowakei und Kroatien verstreut, rotteten sie sich durch den Fluch getroffen  irgendwann zu großen Horden zusammen. Ein Krampus tritt nie alleine auf, meist sind mehrere von ihnen (auch in großen Gruppen) auf einmal zu anzutreffen. 




 Krampus-Familie: zu der alle zählen; ob blutsverwandt oder angeheiratet, ebenso wie alle Angehörigen, die erst nach Aussprechung des Fluchs geboren wurden

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